Frühjahr 2016

Religion

Das Gesetz, die Propheten und die Schriften, Teil 16

Samuel und Saul, Seher und Souverän

David Hulme

Die Zeit der Richter in Israel geht zu Ende und eine neue Epoche beginnt: Das Volk fordert einen König.

In unserer Serie über die Propheten stehen wir nun am Übergang zwischen der Richterzeit und der Einführung der Monarchie in Israel. Die vielen Jahre des moralischen Niedergangs – nur unterbrochen durch Zeiten der Not, Reue und Rettung unter von Gott eingesetzten Richtern – näherten sich ihrem Ende. Es kam eine neue Epoche, in der Gott den Kindern Israels eine andere Regierungsform erlaubte, da sie einen König haben wollten wie andere Völker. Wen Gott als König auserwählte, sollte sein Diener verkünden: der Richter und Prophet Samuel.

In den meisten modernen Bibeln gibt es zwei Bücher Samuel, doch in der ursprünglichen hebräischen Bibel bildeten diese zusammen ein Buch. Die Zweiteilung, die den Christen heute vertraut ist, tauchte zum ersten Mal in der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel (Septuaginta) auf, mit der im 3. Jahrhundert v. Chr. begonnen wurde. In die hebräische Bibel selbst wurde die Aufteilung in zwei Bücher erst im 16. Jahrhundert übernommen, unter anderem unter dem Einfluss der lateinischen Fassung der christlichen Bibel (Vulgata). Die Bücher wurden nach Samuel benannt, weil er von Kapitel 1 bis zu seinem Tod in Kapitel 25, 1 die zentrale Figur ist. Der jüdischen Überlieferung zufolge verfasste er den Bericht über diese Epoche selbst. Auch in der übrigen Zeit, die die beiden Bücher beschreiben, blieb sein Einfluss bestehen, denn er salbte die beiden ersten Könige Israels, Saul und David, von deren Regierungszeit hauptsächlich berichtet wird.

Samuel, der Seher

Die Umstände von Samuels Geburt werden zu Beginn des 1. Buchs geschildert. Er war der Sohn des Ephraimiten Elkana und seiner Frau Hanna, die zuvor kinderlos geblieben waren. Seine Geburt war ein Wunder, ein Zeichen dafür, dass Gott Hannas Gebet erhört hatte. Sie weihte den Jungen Gott, denn das hatte sie gelobt für den Fall, dass Gott ihr einen Sohn schenkte (1. Samuel 1, 9–11), und gab ihm den Namen Samuel („von Gott erhört“).

Gerade als es schien, dass das Volk an seiner eigenen Verderbtheit zugrunde gehen würde, griff Gott ein, erhörte das Gebet der gottesfürchtigen Hanna und schenkte ihr und dem Volk den Knaben Samuel.“

Eugene H. Merrill: „1 Samuel“, The Bible Knowledge Commentary

Zu jener Zeit bildete Silo im Gebiet Ephraims, etwa 30 Kilometer nördlich von Jerusalem, Israels religiöses Zentrum. Hier hatten die Israeliten die Stiftshütte errichtet, nachdem sie das Land ausreichend unterworfen hatten (Josua 18, 1). Der Hohepriester war Eli; seine Söhne Hofni und Pinhas waren seine Helfer. Als Samuel alt genug war, brachte seine Mutter ihn zu Eli nach Silo, wo er leben und dienen sollte, und „der Knabe Samuel nahm immer mehr zu an Alter und Gunst bei dem HERRN und bei den Menschen“ (1. Samuel 2, 26; alle Bibelzitate Luther-Bibel 1984) – im Gegensatz zu Eli und seinen Söhnen. Der alte Priester war mit seinen Söhnen ebenso wenig streng wie mit sich selbst, wenn es darum ging, von bestimmten Speiseopfern das Beste für sich selbst zu nehmen und Gottes Opfer damit zu verachten. Die Söhne waren auch in anderer Weise verderbt und vergingen sich an Frauen, die vor der Stiftshütte dienten. All dies brachte Gott gegen die Söhne und ihren Vater auf. Er sandte einen Mann zu Eli, der ihn warnte, dass seine Nachkommen nicht mehr dem Priesterstand angehören und vorzeitig sterben würden (2, 12–17, 22–36; 3, 12–14).

Eines Nachts, als Samuel in der Stiftshütte schlief, kam Gott und sprach zu ihm. Für den Jungen war das zuerst verwirrend, denn er hatte bis dahin keine Erfahrung mit solchen Mitteilungen. Dreimal hörte er, dass jemand seinen Namen rief, und ging zu Eli, weil er glaubte, dass der alte Priester ihn brauchte. Beim dritten Mal begriff Eli, dass es Gott war, der Samuel rief. Er wies ihn an, wieder zu Bett zu gehen, und wenn der Ruf ein viertes Mal käme, zu antworten: „Rede, HERR, denn dein Knecht hört“ (3, 9).

So wurde Samuel schon in jungen Jahren zum Empfänger der Botschaften Gottes. Bei diesem ersten Mal erfuhr er vom Niedergang des Hauses Eli und berichtete dem Priester von dieser Prophezeiung (Verse 16–18). Damit begann Samuels Leben als Seher, und im Lauf der Zeit wurde er als zuverlässige Quelle bekannt: „Und ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel damit betraut war, Prophet des HERRN zu sein“ (Vers 20).

In Samuels Jugend griffen die Philister Israel zweimal an, töteten 34 000 Israeliten und erbeuteten die Bundeslade mit den beiden Tafeln, auf denen die Zehn Gebote standen. Gleichzeitig starben, wie prophezeit, auch die beiden Söhne Elis (2, 34; 4, 1–11). Als Eli von den tragischen Ereignissen erfuhr – insbesondere vom Verlust der Bundeslade –, fiel er rücklings vom Stuhl, brach sich das Genick und starb. Seine 40-jährige Amtszeit als Priester endete damit wie prophezeit (4, 12–18). Dem Schock dieser Ereignisse fiel ein weiteres Familienmitglied Elis zum Opfer: seine Schwiegertochter, die Witwe des Pinhas. Sie starb nach der Geburt eines Sohnes, dem sie noch den Namen Ikabod gab („Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel“).

Unterdessen wurde die Bundeslade in die Philisterstadt Aschdod gebracht und im Tempel des Dagon aufgestellt. Zweimal fiel das Standbild des heidnischen Gottes über Nacht auf das Gesicht, Kopf und Hände fand man abgeschlagen und die Stadtbewohner erkrankten an Geschwülsten; da brachten die Philister die Bundeslade erst nach Gat und dann nach Ekron. In beiden Städten wurden die Bewohner so krank, dass sie die Bundeslade nicht bei sich behalten wollten (Kapitel 5).

Nach sieben Monaten empfahlen die Priester der Philister, den Israeliten die Bundeslade zurückzubringen, dazu als Sühnegabe jeweils fünf goldene Nachbildungen der Geschwülste, die sie erlitten hatten, und der Mäuse oder Ratten, die ihre Felder befallen hatten. Die Zahl Fünf entsprach den fünf Fürsten der Philister. Außerdem erklärten die Priester, dass die Philister, wenn die Tiere, die vor die Bundeslade gespannt wurden, den Wagen ohne menschliche Begleitung zur israelitischen Ortschaft Bet Schemesch zögen, wüssten, dass es der Gott Israels war, der sie gestraft hatte; wenn nicht, sei ihr Leiden einfach zufällig gewesen. So lud man die Bundeslade auf einen Karren, spannte zwei säugende Kühe davor und ließ sie laufen, wohin sie wollten. Sie gingen direkt auf Bet Schemesch zu, wo die Israeliten die Bundeslade mit großer Freude empfingen und Dankopfer brachten. Doch auch einige Männer von Bet Schemesch wurden dafür gestraft, dass sie die Bundeslade entweihten, indem sie hineinsahen – ein Verstoß gegen die Anweisungen, die Gott zur Zeit Moses gegeben hatte (siehe 4. Mose 4, 4–6, 17–20). Daraufhin schickte man die Lade weiter nach Kirjat-Jearim zum Haus des Abinadab. Sein Sohn Eleasar wurde zum Priester geweiht und war fortan für die Bundeslade verantwortlich; die nächsten 20 Jahre blieb sie dort (1. Samuel 6, 1–21; 7, 1–2).

Angesichts dieser Ereignisse erklärte Samuel den Israeliten, dass sie von der Anbetung fremder Götter wie Baal und Astarte ablassen und zum wahren Gott umkehren mussten. Wenn sie das täten, sagte er, werde Gott die Philister für sie besiegen. Da versammelten sich die Israeliten in Mizpa und erneuerten ihren Bund mit Gott.

Das Buch Samuel bietet viel, das dem modernen Leser ein Gefühl dafür gibt, wie das Leben im alten Israel war – und das in vielen verschiedenen sozialen Milieus.“

Michael A. Fishbane, JPS Bible Commentary: Haftarot

Als die Philister dies erfuhren, griffen sie erneut an. Doch dank Samuels Gebeten und Gottes Hilfe wurden sie vernichtend geschlagen; sie gaben alle israelitischen Ortschaften und Gebiete zurück, die sie erobert hatten, und griffen Israel nicht mehr an, solange der Prophet lebte. In dieser Zeit übte Samuel das Richteramt aus und machte jedes Jahr eine Rundreise nach Bethel, Gilgal und Mizpa, um für die Israeliten Recht zu sprechen. Sein fester Wohnsitz war im Gebiet seines Vaters in Rama, seinem Geburtsort, wo er einen Altar errichtete (7, 2–17).

Israel fordert einen König

Als Samuels Kräfte schwanden, setzte er seine Söhne Joel und Abija als Richter über Israel ein; ihr Amtssitz befand sich in Beerscheba. Leider waren sie für diese Aufgabe ebenso ungeeignet wie die Söhne Elis: „Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern suchten ihren Vorteil und nahmen Geschenke und beugten das Recht“ (8, 3).

Daraufhin kamen die Ältesten zu Samuel und verlangten, dass er anstelle seiner Söhne einen König einsetzte, „wie ihn alle Heiden haben“, der über sie richten sollte. Samuel war verständlicherweise aufgebracht. Doch Gott erklärte ihm: „Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht mehr König über sie sein soll“ (8, 7). Es handelte sich schlichtweg um einen weiteren Fall von Israels Mangel an Hingabe und Treue. Samuel sollte die Israeliten warnen: Der irdische König, den sie haben wollten, werde sie ausnutzen und in seinem Streben nach Macht und Reichtum praktisch zu Sklaven seiner Bedürfnisse machen; sie würden ihre Entscheidung gegen Gott als König bereuen, doch dann werde er sie nicht mehr erhören (Verse 10–18). Trotz dieser eindringlichen Warnung weigerten sich die Israeliten, auf Samuel zu hören.

Daraufhin setzte Gott ein Wahlverfahren ein, und die Wahl sollte auf den hochgewachsenen, gut aussehenden Benjaminiter Saul fallen. Der Anfang seines Wegs war vielversprechend, denn er zeigte Demut. Auf der Suche nach verirrten Eselinnen, die seinem Vater gehörten, kam Saul nach Rama und bat Samuel um Rat, wo er suchen sollte. Dies war der Moment, in dem Gott seinem Propheten zeigte, wen er als König erwählt hatte.

Bei ihrer ersten Begegnung lud Samuel Saul ein, über Nacht zu bleiben, sich anzuhören, was er ihm zu sagen hatte und sich nicht um die verirrten Eselinnen zu sorgen – sie waren gefunden worden. Anschließend lud Samuel ihn zu einem Festessen mit 30 anderen Männern ein, gab ihm das beste Stück Fleisch und merkte an, dass er es für ihn aufbewahrt hatte. Saul verstand nicht, warum Samuel ihn in dieser Weise ehrte, und sagte, seine Familie besitze „alles, was wertvoll ist in Israel“ – war sie doch „das geringste unter allen Geschlechtern des Stammes Benjamin“ (9, 20–21).

Am folgenden Tag salbte der Prophet Saul mit Öl und verkündete: „Der HERR hat dich zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt“ (10, 1). Am selben Tag kam Gottes Geist über ihn und er wurde ein anderer Mensch. Er schloss sich einer Gruppe von Propheten an, begann zu prophezeien und folgte Samuels Anweisung, nach Gilgal zu gehen und dort sieben Tage auf ihn zu warten (Verse 5–8).

Dann rief Samuel die Israeliten zu einer Versammlung in Mizpa und erklärte ihnen, dass Gott einen König über sie eingesetzt hatte, wie sie es verlangt hatten. In einem Losverfahren wurde Saul vor aller Augen ausgewählt. Man fand ihn bei dem Gepäck, wo er sich in seiner Demut versteckt hatte. Das Volk bestätigte ihn mit dem Ruf „Es lebe der König!“ und Samuel belehrte ihn mündlich und schriftlich über die Rolle des Königs (Verse 17–25).

Einige akzeptierten Saul in seiner neuen Stellung jedoch nicht und fragten: „Was soll der uns helfen?“ Saul war klug genug, darauf nichts zu erwidern (Vers 27). Nicht lange danach bereuten seine Kritiker ihre Worte, als die Ammoniter Jabesch in Gilead bedrohten und Saul von Gott inspiriert wurde, sie mit einer Streitmacht von 33 000 Israeliten zu besiegen. Doch Saul wollte die Kritiker, die ihn abgelehnt hatten, nicht bestrafen, sondern sie verschonen: „Es soll an diesem Tage niemand sterben; denn der HERR hat heute Heil gegeben in Israel“ (11, 1–13).

Zurück in Gilgal, rief das Volk Saul zum König aus, feierte den Sieg über die Ammoniter und brachte Gott Dankopfer dar.

Bei Sauls Krönung erinnerte Samuel die Kinder Israels an die Geschichte ihrer Befreiung aus Ägypten, an ihre schwierige Geschichte nach der Ankunft im Gelobten Land, als sie zwischen Treue und Kompromiss schwankten, an die Rettung, die Gott mehrfach durch Richter bewirkt hatte, und an die Gottwidrigkeit ihres Wunsches, einen König zu haben. Wenn sie und ihr König Gott nun gehorchten, werde er sie segnen. Wenn nicht, würden sie leiden wie ihre Vorfahren (12, 6–25).

Saul als Herrscher

Zwei Jahre nach seiner Krönung wählte Saul 3 000 Mann aus, um gegen die Philister zu ziehen. Mit 1 000 dieser Krieger griff sein Sohn Jonatan die Philister bei Gibea an. Doch die Reaktion der Philister war alles andere als verhältnismäßig: Bald trafen 30 000 Streitwagen, 6 000 Reiter und zahllose Fußsoldaten in Michmas ein (13, 1–5).

Saul sagte zu, sieben Tage in Gilgal zu warten, bis Samuel ankäme, um Gottes Segen zu erbitten (Vers 8). Als sich die Ankunft des Propheten verzögerte, machte sich Saul selbst daran, Gott das Opfer ohne Samuel darzubringen, denn er fürchtete, die Philister würden nach Gilgal hinunterkommen. Das war eindeutig weder seine Aufgabe noch entsprach es der Vereinbarung – und es sollte katastrophale Folgen haben: „Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der HERR hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der HERR hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des HERRN nicht gehalten“ (Verse 13–14).

Ab diesem Punkt in Sauls Geschichte wird erkennbar, wie seine Fähigkeit schwindet, klug zu regieren. Überstürzt ordnete er an, durch das Los zu ermitteln, wer in Israel so gesündigt hatte, dass Gott ihm über den Ausgang des Kriegs gegen die Philister keine Antwort gab. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass sein Sohn der Sünder war, werde er ihn töten lassen. Als tatsächlich Jonatan als Ursache des Problems ermittelt wurde, meinte sein Vater, er müsse sterben, doch das Volk ließ das nicht zu.

Die Philister konnte Saul einigermaßen unter Kontrolle bringen; dennoch führte er während seiner gesamten Regierungszeit Krieg. „Als Saul die Königsherrschaft über Israel erlangt hatte, kämpfte er gegen alle seine Feinde ringsumher: gegen die Moabiter, die Ammoniter, die Edomiter, gegen die Könige Zobas und gegen die Philister. Und wo er sich hinwandte, da gewann er den Sieg“ (14, 47).

Saul zog auch gegen die Amalekiter, um für das Rache zu üben, was sie den Kindern Israels auf ihrem Weg aus Ägypten angetan hatten, und Gott sandte Samuel, um ihn anzuleiten. Wie er lange zuvor verheißen hatte, sollten die Amalekiter eines Tages für ihre Unbarmherzigkeit gegenüber Israel büßen. Mit 210 000 Mann lauerte Saul ihnen östlich von Ägypten auf und nahm ihren König Agag gefangen. Doch er wurde verschont, ebenso wie die Rinder, Schafe und alles Wertvolle, was Israel von den Amalekitern erbeutete.

Auch dies war gegen Gottes Anweisung, und Saul musste dies wissen. Gott musste es ihm durch Samuel mitgeteilt haben, zu dem er sagte: „Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und meine Befehle nicht erfüllt“ (15, 11).

Der gesamte Rest dieses Buches zeigt, wie die göttliche Abkehr von Saul spürbar wurde, und wie der Herr den Sohn Jesses erwählte und für die Königsherrschaft vorbereitete.“ 

H. D. M. Spence-Jones (Hrsg.), The Pulpit Commentary: 1 Samuel

Samuel war voller Zorn darüber und ging am nächsten Morgen zu Saul. Dieser begrüßte ihn ehrerbietig, versuchte aber, ihn zu täuschen: „Ich habe des HERRN Wort erfüllt“ (Vers 13). Der Prophet stellte den König zur Rede – was hatte es zu bedeuten, dass die Stimmen von Schafen und Rindern zu hören waren? Saul versuchte, sich herauszureden: Seine Leute hätten die Tiere gebracht, um sie zu opfern. Davon wollte Samuel nichts hören; er gab wieder, was Gott ihm in der Nacht über Sauls Ungehorsam gesagt hatte. Doch dieser versuchte weiter, die Schuld abzuwälzen: „Aber das Volk hat von der Beute genommen Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um es dem HERRN, deinem Gott, zu opfern in Gilgal“ (Vers 21).

Daraufhin erklärte ihm Samuel, dass Gott mehr Wert auf Gehorsam lege als auf Opfer. Außerdem musste klar sein, dass Sauls Rebellion gegen Gottes Befehle ebenso schwer wog wie die Sünde der Zauberei und sein Eigensinn ebenso schlimm war wie Abgötterei und Götzendienst. Deshalb verwarf Gott Saul nun als König (Verse 22–23). Trotz seines Flehens musste auch Samuel sich von ihm abwenden und den Amalekiterkönig Agag, den Saul verschont hatte, hinrichten.

Samuel sah Saul nie wieder, obgleich er um ihn trauerte. Gott bereute, dass er Saul zum König gemacht hatte, und wies seinen Propheten an, einen Nachfolger zu salben. Das sollte ein Sohn des Bethlehemiters Isai (Jesse) sein (16, 1).

Die nächste Folge handelt von Israels berühmtestem König: David.