Winter 2016

Editorial

Einsichten

Worin liegt Ihre Sicherheit?

David Hulme

Es gibt eine Geschichte über einen Holländer, der voraussah, dass Europa vom Zweiten Weltkrieg heimgesucht werden würde. Er glaubte, sich retten zu können, indem er weit fortging, und entschied sich für einen abgelegenen Ort. Unglücklicherweise ließ er sich auf der Salomoneninsel Guadalcanal nieder. Wie Sie vielleicht wissen, wurde diese Insel im Mai 1942 von den Japanern besetzt und war später Schauplatz mehrerer blutiger Schlachten, in denen die USA und ihre Alliierten versuchten, diese strategisch wichtige Position zurückzuerobern. Der Holländer fiel den Japanern in die Hände und wurde Kriegsgefangener im „Paradies“.

Ob diese Geschichte nun wahr ist (was umstritten ist) oder nur eine Parabel: Sie zeigt, dass Glauben Folgen hat. Alles, was man glaubt, hat Konsequenzen – gute oder neutrale, böse oder sogar verheerende. Der Fall des Holländers, der glaubte, durch Auswanderung den Schrecken des Krieges entgehen zu können, zeigt, dass er seine persönliche Sicherheit selbst bei aller Voraussicht nicht garantieren konnte.

Heute scheint unsere Welt stärker als je zuvor in der jüngeren Vergangenheit von Gefahren und potenziellen Katastrophen bedroht zu sein. Selbst das unruhige 20. Jahrhundert mit seinen beiden Weltkriegen, den vielen anderen Konflikten weltweit und den Spannungen des Kalten Krieges schien in gewisser Weise weniger unberechenbar als die Gegenwart. Vielleicht trügt dieser Schein; vielleicht werden die Auswirkungen jener Jahre im Nachhinein als weniger gravierend betrachtet. Tatsache ist jedoch, dass die Wirren im Nahen und Mittleren Osten nach dem Arabischen Frühling, der darauf folgende Aufstieg des „Islamischen Staates“, die damit verbundene Flüchtlingskrise, die unsichere Weltwirtschaftslage, die ökologischen Auswirkungen der Klimaerwärmung und die Risiken nuklearer Bewaffnung in einer multipolaren Welt insgesamt die langfristige Sicherheit infrage stellen. Ist überhaupt noch irgendjemand irgendwo sicher?

In Wahrheit war Sicherheit natürlich niemals zu 100 Prozent garantiert. Doch das bedeutet nicht, dass wir keinerlei Chance auf inneren Frieden und persönlichen Schutz haben – selbst in schwierigsten Zeiten.

In einer Rede, die Thomas Jefferson, Mahatma Gandhi, Harry Truman und Martin Luther King im Hinblick auf Moral und Problemlösung für einen der wichtigsten Texte aller Zeiten erachteten, äußerte sich Jesus zum Thema Sicherheit. Er sprach davon, dass sich die meisten Menschen um die materiellen Bedürfnisse des Lebens sorgen würden, und meinte dann, dass Gott der Vater wüsste, was seine Gläubigen bräuchten, noch bevor sie darum bitten würden, und dass er dafür sorgen würde, sofern sie ihre Prioritäten richtig setzen würden: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen“ (Matthäus 6, 33).

Die Bergpredigt gibt uns eine Art zu leben, und vielleicht werden die Menschen sie eines Tages als die wahre Art zu leben verstehen.“

Harry S. Truman, Rede vor der Columbia Scholastic Press Association (15. März 1952)

Die moralischen und spirituellen Werte, die in der Bergpredigt zum Ausdruck kommen (Matthäus 5–7), entsprechen genau den Prinzipien, die dem Reich Gottes zugrunde liegen – seiner Herrschaft in unserem Leben, vorausgesetzt, wir entscheiden uns dafür. Wenn wir die Prioritäten richtig setzen, fuhr Jesus fort, dann „sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat“ (Matthäus 6, 34). Dies ist die Art Sicherheit, die wir brauchen, doch sie beruht allein auf unserem Glauben und Handeln.

Auch Paulus, der Jesus nachfolgte, hatte über den inneren Frieden im täglichen Leben etwas zu sagen. Als Gefangener in Rom hatte er zweifellos die Furcht erlebt, die Unsicherheit bewirkt. Dennoch konnte er schreiben: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus“ (Philipper 4, 6–7).

Dies ist eine Dimension von Sicherheit, die außerhalb des normal Menschlichen liegt. Doch unter klar definierten Bedingungen ist sie erreichbar. Der Holländer, der auf seinen eigenen Verstand vertraute, konnte sie nicht erreichen. Wenn wir auf Gott vertrauen, können wir in allen Situationen in Frieden und Sicherheit sein.

Und worin liegt Ihre Sicherheit?